Parasiten bei Koi und Teichfischen erkennen
Wenn Koi scheuern, unruhig schwimmen, auffällig atmen oder sich zurückziehen, kann ein Parasitenbefall eine mögliche Ursache sein. Dieselben Symptome können jedoch auch durch schlechte Wasserwerte, Sauerstoffmangel oder bakterielle Erkrankungen entstehen.
Eine sichere Diagnose gelingt deshalb nicht allein anhand des Verhaltens: Haut- und Kiemenabstriche sollten unter dem Mikroskop untersucht werden. Erst danach kann eine passende Behandlung ausgewählt werden.
1. Weißpünktchenkrankheit – Ichthyophthirius multifiliis
Der Erreger der Weißpünktchenkrankheit wird oft kurz „Ich“ genannt. Typisch sind kleine weiße Punkte auf Haut und Flossen. Bei einem Befall der Kiemen können die Punkte fehlen; dann fallen häufig beschleunigte Atmung, Scheuern und Schwäche auf.
Ein Befall kann sich im Teich schnell ausbreiten. Deshalb sollten betroffene Fische und die Wasserwerte zeitnah kontrolliert werden.
2. Costia – Ichthyobodo
Costia ist ein sehr kleiner Haut- und Kiemenparasit. Betroffene Koi können einen grauen oder milchigen Schleimhautbelag zeigen, scheuern oder auffällig schnell atmen.
Da Costia mit bloßem Auge nicht zuverlässig erkennbar ist, ist ein mikroskopischer Abstrich besonders wichtig.
3. Trichodina
Trichodina ist ein einzelliger Parasit, der Haut und Kiemen befallen kann. Häufige Hinweise sind vermehrte Schleimbildung, Scheuern, beschleunigte Atmung und ein allgemeiner Konditionsverlust.
Trichodina sind keine Augenmilben. Auch hier sollte die Diagnose durch einen Haut- oder Kiemenabstrich abgesichert werden.
4. Hautwurm – Gyrodactylus
Gyrodactylus zählt zu den Hautwürmern und sitzt vor allem auf Haut und Flossen. Ein stärkerer Befall kann zu Scheuern, erhöhter Schleimbildung, Hautreizungen und Verletzungen führen.
Hautwürmer sind sehr klein und meist nur unter dem Mikroskop eindeutig nachweisbar.
5. Kiemenwurm – Dactylogyrus
Dactylogyrus befällt überwiegend die Kiemen. Mögliche Anzeichen sind schnelle oder erschwerte Atmung, einseitige Kiemenbewegungen, häufiges Luftschnappen und Schwäche.
Kiemenwürmer und Hautwürmer sind unterschiedliche Parasiten. Deshalb ist eine eindeutige Bestimmung vor einer Behandlung wichtig.
6. Fischlaus – Argulus
Fischläuse sind flache, scheibenförmige Krebstiere und mit etwas Glück direkt auf dem Fisch zu erkennen. Sie saugen Blut und können Hautreizungen, kleine Wunden und Scheuern verursachen.
Bei starkem Befall besteht zusätzlich das Risiko von Sekundärinfektionen. Sichtbare Parasiten sollten fachgerecht entfernt und der gesamte Teich auf weitere Entwicklungsstadien kontrolliert werden.
7. Ankerwurm – Lernaea
Der sogenannte Ankerwurm ist kein Wurm, sondern ein parasitischer Krebs. Er kann als fadenförmiger, weißlich bis grünlicher Fortsatz aus der Haut sichtbar sein. Die Eintrittsstelle ist häufig gerötet oder entzündet.
Auch bei Ankerwürmern reicht es nicht aus, nur den sichtbaren Parasiten zu entfernen. Der Befall und mögliche Folgeinfektionen sollten fachkundig beurteilt werden.
Was tun bei Verdacht auf Parasiten?
Prüfe zunächst Wasserwerte, Sauerstoffversorgung und das Verhalten aller Fische. Anschließend sollte ein Haut- oder Kiemenabstrich mikroskopisch untersucht werden. Verwende Medikamente ausschließlich nach bestätigter Diagnose, passender Gebrauchsinformation und unter Beachtung der Verträglichkeit für Koi, Pflanzen und andere Teichbewohner.
Eine pauschale Absenkung des Wasserstands oder eine Behandlung „auf Verdacht“ ist keine gute Lösung. Sie kann Fische zusätzlich belasten und die tatsächliche Ursache überdecken.